LC-Sängerreise 22.-25. Juni 2019

22.6.- 25.6.2019 | LC-Sängerreise | Innsbruck | Teilnehmer: gemäss Anmeldung

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Am Samstagmorgen ab 07.00 Uhr versammeln sich 40 unternehmungslustige Sänger zur Sängerreise nach Innsbruck. Im Rhythmus von drei Jahren unternimmt der Luzerner Chor eine gemeinsame Reise zu einem attraktiven Ziel. Dieses Jahr hat Gerhard Färber, dessen Frau aus Innsbruck kommt, und er selber beste Kenntnisse der Stadt und der Umgebung hat, für den Luzerner Chor eine ausgezeichnete Route zusammengestellt.

Wir starten punkt 07.30 Uhr vom Inseli zum ersten Kaffeehalt in Weesen am Walensee. Danach geht es ruckzuck bis zum Mittagessen im Autobahnrestaurant Trofana Tirol. Diese Lokalität müssen Sie sich merken, denn sie ist einmalig, eingerichtet im Chalet-Stil, wunderbar gepflegt mit verschiedenen Verpflegungsmöglichkeiten. Aus der urchigen Stube ertönt bereits das erste gemeinsame Lied und die Stimmung ist perfekt, ebenso wie die ganz feinen Schlutzkrapfen.

Der nächste Halt ist bereits einer der Höhepunkte auf unserer abwechslungsreichen Reise: das Stift Stams, ein sehr gepflegtes Kloster mit dem bekannten Ski-Gymnasium, von wo einige der erfolgreichsten Skifahrer herstammen. Der Besuch des Stifts mit Kreuzgang, der Basilika mit dem wunderschönen Chorgestühl und dem Bernardi-Saal mit seiner sensationellen Bemalung ist ein Muss, wenn man hier vorbeifährt. Die Fotografen sind bereits in Hochform aufgefahren. In der Basilika sind wir angetan von der hervorragenden Akustik und singen ein paar Lieder.

Der nächste Halt ist die Hungerburg oberhalb von Innsbruck. Von hier geniesst man einen grossartigen Ausblick auf die Stadt und die gegenüberliegende Sprungschanze auf Bergisel. Wir besuchen kurz die Kirche «Zur Heiligen Theresia vom Kinde Jesu» mit ihren speziellen Malereien bevor wir die steile und enge Strasse in die Stadt und unser Hotel in Angriff nehmen.

Nach dem Zimmerbezug im ****Hotel Grauer Bär treffen wir uns zum Abendessen im Stiftskeller, nur etwa 200 Meter vom Hotel entfernt. Die feinen Wienerschnitzel schmecken hervorragend und das Bier auch. Danach gibt es freien Ausgang!!!

Nach dem überreichlichen Frühstücksbuffet des zweiten Tages fahren wir mit dem Bus etwa 30 km zum Silberbergwerk nach Schwaz. Alles ist vorbereitet und es gibt ein Gesamtfoto mit «Silbermantel» bevor wir in den Stollen fahren. Mit dem abenteuerlichen roten Bähnchen durch den etwa einen Meter breiten Tunnel zu fahren ist nicht jedermanns Sache, zumal es im Tunnel völlig dunkel ist. Die einzelnen Stationen werden von unserem Führer sehr gut erklärt und es gibt viele, sehr gut beschriebene Infotafeln und Videos. Der Eindruck der Arbeit von dazumal geht unter die Haut, vor allem, wenn man erfährt, dass die Arbeiter fast in völliger Dunkelheit und mit primitivsten Werkzeugen und äusserst schlechten Arbeitsbedingungen schuften mussten. Zitat aus dem Internet:

Das Silberbergwerk ist „die Sehenswürdigkeit in Tirol“. 85% des weltweit geschürften Silbers kamen aus dieser Mine. Nach der 800 Meter tiefen Einfahrt mit der Grubenbahn erwartet Sie eine atemberaubende Welt unter Tage. Sie erleben, welche Strapazen die Knappen vor 500 Jahren auf sich nehmen mussten, um Kupfer und Silber abzubauen.

Nach der Führung ist Mann sehr froh, wieder in freier Natur zu sein und in der heutigen Zeit. Da kommt das feine Mittagessen im Restaurant Central in Schwaz sehr gelegen, bevor wir die Stadt und die Kirche mit den zwei Haupteingängen und zwei Kirchenschiffen besichtigen. Die damaligen Knappen hatten zu allem Übel auch noch ein schlechtes Image, das ihnen vieles nicht erlaubte. So war sogar die Kirche in zwei Klassen getrennt. Ein paar unermüdliche Luzerner Chörler wandern zur oberhalb der Stadt gelegenen Burg Freundsberg, von wo man eine schöne Aussicht ins Tal hat.

Um 15.00 Uhr fahren wir weiter zum nahegelegenen Schloss Tratzberg aus dem 16. Jahrhundert, einer imposanten Anlage zwischen Schwaz und Jenbach, die man auch von der Autobahn aus sehen kann. Vom Parkplatz aus geht es mit dem Bummelzug «Muson River» hinauf zum Schloss. Alle Räumlichkeiten sind grosszügig angelegt, reichlich möbliert und in einem sehr guten Zustand. Durch die individuelle Audio-Führung ist man bis ins Detail informiert über jeden Raum. Zusätzliche Fragen beantwortet unsere Führerin. Man erkennt überall im Schloss die vornehme Gesellschaft von damals. Übrigens die Besitzerfamilie Goëss-Enzenberg wohnt ganzjährig im Schloss. Das Schloss wäre ein Tagesausflug wert, nicht nur zwei Stunden und für Fotografen eine Fundgrube. Nach der Besichtigung fahren wir wieder zurück zum Hotel und zum Abendessen in den Stiftskeller.

Der Montag beginnt mit einer Führung in zwei Gruppen durch die Altstadt. Die beiden Guides sind professionelle Führer und wir besichtigen die Hofkirche und den Dom St. Jakob. Die Hofkirche wird auch Franziskanerkirche oder Schwarzmander-Kirche (Schwarzmander = schwarze Männer) genannt und ist bekannt durch ihre übermannsgrossen Bronze-Statuen von Herrschern und bekannten Politikern der Vergangenheit. Leider klappt es nicht mit dem Singen von ein paar Liedern in der Kirche, weil wir in zwei Gruppen aufgeteilt sind.

Nach der Besichtigung fahren wir zum Mittagessen ins Restaurant «1809» beim «Tirol Panorama» in der Nähe der Bergisel-Schanze. Vor dem Mittagessen gibt es noch ein Gruppenbild vor dem Pavillon beim Kaiserjägermuseum. Nach dem Mittagessen besichtigen wir die bekannte Bergisel-Skisprungschanze und haben die Gelegenheit einen wahrhaften Skispringer live zu erleben und sogar anzusprechen. Von ganz oben hat man eine fantastische Aussicht auf die Stadt und eine Gänsehaut, wenn man sich vorstellt, dass die Springer hier hinunterfahren. Nach diesem speziellen Erlebnis folgt gleich das nächste. Auf dem Programm steht die Besichtigung der atemberaubenden Europa-Autobahnbrücke von unten. Unser Chauffeur Roger fährt leider am dafür vorgesehenen Parkplatz vorbei und wendet etwas weiter oben mitten auf der Strasse. Kein Auto kommt mehr vorbei, denn er steht mit dem Bus quer in der Fahrbahn. Der Zufall will’s, dass in dem Augenblick die Polizei zufährt. Die Dame in voller Uniform steigt aus und sagt zu Roger: «Ja, san’s denn ganz deppert ...», aber sie steigt wieder ein und Roger kann sein «Schiff» auf Anweisung von Otti und Geri Millimeter um Millimeter wenden. Erfolgreich, wie es sich gehört!!! Einen Applaus hat er reichlich verdient, hat aber auch ein paar Schweisstropfen gekostet. Wir kommen noch rechtzeitig zum Abendessen. Gerhard hat zur Überraschung aller einen Harfenspieler organisiert, der uns den Abschied etwas erleichtern sollte. Was danach alles geschieht hat hier keinen Platz.

Am Dienstagmorgen ist bereits wieder Packen angesagt und nach dem Frühstück Auschecken! Alle sind da und wir verabschieden unseren Freund Hugo, der noch im Tirol zum Golfen bleibt und wir fahren zur Glockengiesserei Grassmayr und vom Parkplatz zu Fuss vorbei an der Basilika Wilten, wo Gerhard seine liebe Frau Ursula geheiratet hat. Die Glockengiesserei wird uns von einem Nachfahren der Gründerdynastie gezeigt und in die Geheimnisse des Giessens eingeführt. Nach diesem informativen Exkurs geht es definitiv Richtung Schweiz und zwar über den wunderschönen Arlbergpass nach Feldkirch ins Restaurant «Rössle Park» zum Mittagessen. Anschliessend kurze Besichtigung der Schattenburg oder der Altstadt, bevor es über die Grenze geht. Im Bahnhof Sargans steigt Beat aus, der einen anderen Weg einschlagen will. Etwa um 18.00 Uhr erreichen wir wieder das Inseli, voll von Erinnerungen und Eindrücken.

Zum Schluss aber wollen wir drei Personen danken. Zuerst Geri, der diese Reise bis ins kleinste Detail geplant hat, so dass wir einen einmaligen Ausflug ohne auch nur eine einzige Panne erleben durften. Das ist eine grossartige Leistung. Dann danken wir Roger, dem mutigen, selbstbeherrschten Chauffeur und auch unserem lieben Mathias, der immer den richtigen Ton gefunden hat. Unsere Reise wird allen in bester Erinnerung bleiben und man wird noch später sagen können: «Weisst Du noch . . . »